100.000 Euro für FASD-Beratungsstelle der Rostocker Stadtmission
Mecklenburg-Vorpommern sichert die Arbeit der Fachstelle für 2026 und 2027 mit einem Zuwendungsbescheid ab
Land sichert Arbeit der FASD-Beratungsstelle für 2026 und 2027
Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die FASD-Beratungsstelle der Rostocker Stadtmission mit rund 100.000 Euro. Gesundheitsministerin Stefanie Drese überreichte nach Angaben des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport in dieser Woche bei einem Besuch der Beratungsstelle in Rostock einen entsprechenden Zuwendungsbescheid. Die Förderung soll die Arbeit der Stelle für die Jahre 2026 und 2027 sicherstellen.
Nach Schätzungen werden in Deutschland jedes Jahr bis zu 10.000 Kinder mit irreversiblen Entwicklungsstörungen geboren, die auf Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft zurückgehen. Die fetale Alkoholspektrum-Störung, kurz FASD, gilt damit als häufigste nicht-genetische Behinderung. Nach Darstellung des Ministeriums wäre sie vollständig vermeidbar.
Beratung für Betroffene, Familien und Fachkräfte
Die Fachstelle der Rostocker Stadtmission ist nach Angaben des Ministeriums für ganz Mecklenburg-Vorpommern ein zentraler Anlaufpunkt. Sie unterstützt Betroffene, Eltern sowie Pflege- und Adoptivfamilien und Fachkräfte bei allgemeinen Fragen, familiären Herausforderungen und bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe.
Menschen mit FASD sind laut Ministerium häufig ein Leben lang auf individuelle Unterstützung angewiesen. Umso wichtiger seien verlässliche Beratungs- und Begleitangebote für die Betroffenen und ihr Umfeld.
Aufklärung über Risiken in der Schwangerschaft
Die Fachstelle ist den Angaben zufolge zudem in der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema FASD aktiv. Das Ministerium verweist darauf, dass FASD in der Öffentlichkeit oft noch wenig bekannt sei. Zugleich konsumierten rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft Alkohol. Knapp acht Prozent tränken demnach so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nicht schwangere Frauen als riskant gelte.
Als Ursachen nennt das Ministerium zum einen Unwissenheit über die Folgen des Alkoholkonsums, zum anderen bestehende Abhängigkeitserkrankungen. Zugleich wird betont, dass es in der Schwangerschaft keine sichere Grenze für Alkoholkonsum gebe und Unterstützung frühzeitig in Anspruch genommen werden solle.
Hilfe auch anonym möglich
Nach Angaben des Ministeriums geht es bei Beratungsangeboten ausdrücklich nicht darum, Schuld zuzuweisen, sondern frühzeitig Hilfe anzubieten und gesundheitliche Schäden für Kinder zu verhindern. Eine Beratung sei häufig auch anonym möglich.
Die FASD-Fachstelle berät vor Ort, telefonisch, per Chat, per Videokonferenz oder per E-Mail. Weitere Informationen gibt es unter rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v.
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