Früh orientieren, praxisnah erleben, gezielt begleiten: Mecklenburg-Vorpommern für starke Ausbildungsperspektiven

Wie das Konzept „Alle werden gebraucht“ von der Kita bis zum Abitur auf verbindliche Orientierung, Betriebspraktika und bessere Übergänge setzt

Von Landesredaktion MV
Früh orientieren, praxisnah erleben, gezielt begleiten: Mecklenburg-Vorpommern für starke Ausbildungsperspektiven
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Bertelsmann-Studie sieht frühe Orientierung und Praxis als Schlüssel

Der Übergang von der Schule in die Ausbildung ist nach Einschätzung des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung entscheidend für die Zukunft junger Menschen und für die Fachkräftesicherung in Mecklenburg-Vorpommern. Die neue Bertelsmann-Studie „Ausbildungsperspektiven 2026“ bestätigt nach Angaben des Landes den eingeschlagenen Kurs: Frühzeitige berufliche Orientierung, praktische Erfahrungen und individuelle Begleitung gelten als wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Weg in Ausbildung und Beruf.

Für die Studie wurden neben Schülerinnen und Schülern bundesweit mehr als 1.300 Auszubildende befragt. Neun von zehn Azubis sind demnach mit ihrer Ausbildung zufrieden und würden sich erneut für ihren Ausbildungsberuf entscheiden. Zugleich schätzen vor allem junge Menschen mit niedrigeren Schulabschlüssen ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz als gering ein. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt daher mehr praktische Erfahrungen, eine verlässliche Begleitung und eine engere Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Land verweist auf verbindliches Konzept seit dem Schuljahr 2025/26

Mecklenburg-Vorpommern setzt nach Angaben des Ministeriums auf eine umfassende Berufliche Orientierung von der Kita bis zum Abitur. Seit dem Schuljahr 2025/26 ist das Konzept „Alle werden gebraucht“ für alle Schulen im Land verbindlich.

Das Konzept sieht vor, dass ökonomische Bildung bereits in der Kita beginnt und in der Grundschule fortgeführt wird. In den weiterführenden Schulen wird daraus die Berufliche Orientierung. Vorgesehen sind dabei 25 Tage für Betriebspraktika.

Schülerfirmen sollen weiter gestärkt werden

Ein weiterer Baustein ist die Arbeit in Schülerfirmen. Die Landesregierung hat dazu die Handreichung „Gründung und Betrieb von Schülerfirmen“ für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler erarbeitet. Nach Darstellung des Ministeriums sollen damit wieder mehr Schülerfirmen entstehen. Sie vermitteln Wissen über wirtschaftliche und unternehmerische Zusammenhänge und gelten als wichtiger Bestandteil der Beruflichen Orientierung.

Weitere Unterstützung für Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen

Mit dem Startchancen-Programm von Bund und Ländern unterstützt die Landesregierung nach eigenen Angaben Angebote für Schülerinnen und Schüler mit schwierigen Startbedingungen. Mecklenburg-Vorpommern erhält dafür über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich 17 Millionen Euro.

Hinzu kommt ein Frühwarnsystem für den Fall, dass die Gefahr besteht, dass eine Schülerin oder ein Schüler nicht versetzt wird. Schulen informieren dann die Eltern und beraten zu Fördermöglichkeiten. Zudem wurden die Förderangebote ausgebaut, damit mehr Jugendliche die Schule mit einem anerkannten Schulabschluss verlassen.

Neue und weiterentwickelte Bildungsangebote

Seit dem Schuljahr 2023/2024 ist an Regionalen Schulen und Gesamtschulen der Besuch des Freiwilligen 10. Schuljahres möglich. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die mehr Zeit zum Lernen brauchen, um die Berufsreife zu erlangen.

Ab dem Schuljahr 2026/2027 führt das Land an beruflichen Schulen mit Berufsvorbereitungsteil den neuen Bildungsgang „AVdual“ (Ausbildungsvorbereitung dual) ein. Das berufsvorbereitende Angebot soll die Ausbildungschancen und die Anschlussvermittlung von Schülerinnen und Schülern verbessern, die den ersten Einstieg in die Berufsausbildung noch nicht geschafft haben.

Ebenfalls zum neuen Schuljahr werden das Angebot „Produktives Lernen“ und der Modellversuch „Berufsreife dual“ in die „Praxisorientierte Berufsreife“ überführt. An die Stelle von zwei parallelen Angeboten tritt damit ein gemeinsames Angebot, das nach Angaben des Ministeriums die Vorzüge beider Modelle verbindet.

Arbeitsgruppe soll Übergänge weiter verbessern

Gemeinsam mit dem Landesausschuss für Berufsbildung hat die Landesregierung in diesem Schuljahr zudem die Arbeitsgruppe „Gemeinsam für erfolgreiche Ausbildungswege“ initiiert. Ziel ist es, tragfähige Strategien und Angebote partnerschaftlich weiterzuentwickeln und bestehende Konzepte zu schärfen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Übergänge von der Schule in die berufliche Bildung weiter verbessert und die Potenziale von Schülerinnen und Schülern im Übergangssektor besser genutzt werden können. Land und Landesausschuss für Berufsbildung sind sich nach Angaben des Ministeriums einig, dass auch diese Jugendlichen für die Fachkräftesicherung wichtig sind und enger begleitet werden müssen.

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