Hitzeschutz als Gesundheitsauftrag: RKI-Zahlen und neues Landes-Hitzeschutzsymposium
Gesundheitsministerin Stefanie Drese fordert eine konsequente Verankerung von Hitzeschutz in Krisenvorsorge und Gesundheitsversorgung.
Nach der heute vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Schätzung von bundesweit rund 9.800 hitzebedingten Todesfällen seit Jahresbeginn hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese die Bedeutung eines konsequenten gesundheitlichen Hitzeschutzes betont. Die Zahlen machten deutlich, dass Hitze nicht als einzelnes Wetterphänomen betrachtet werden dürfe, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko sei.
Nach Angaben des RKI seien bereits jetzt mehr Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Drese warnte in diesem Zusammenhang davor, Mecklenburg-Vorpommern wegen seiner nördlichen Lage als weniger betroffen anzusehen.
Besonders gefährdete Gruppen im Blick
Die Ministerin verwies darauf, dass längere Hitzeperioden, tropische Nächte und Temperaturen von mehr als 30 Grad in Gebäuden inzwischen auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Seltenheit mehr seien. Als Beispiele nannte sie die Zeit um Pfingsten sowie Ende Juni.
Besonders gefährdet seien laut Drese Schwangere, Stillende, Kinder und Beschäftigte mit schwerer körperlicher Arbeit. Hinzu kämen vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke, die einen großen Teil der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern ausmachten.
Land setzt auf Hitzeschutzplan
Mecklenburg-Vorpommern habe deshalb bereits vor mehreren Jahren begonnen, die Hitzeprävention zu stärken. Zuletzt sei ein eigener gesundheitsbezogener Hitzeschutzplan erarbeitet worden. Dieser soll Kommunen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Akteure als praxisnahe Handreichung dabei unterstützen, gesundheitliche Gefahren durch Hitze zu minimieren.
Zu den Kernelementen des Plans zählen nach Angaben des Ministeriums:
- die zentrale Koordinierung,
- die Nutzung von Hitzewarnsystemen,
- Hinweise zur Kommunikation mit besonders vulnerablen Gruppen,
- langfristige Maßnahmen in Städteplanung und Bauwesen,
- Empfehlungen für die Arbeitsumgebung,
- Hinweise für die allgemeine Bevölkerung, etwa zu Ernährung, Aktivitäten, Medikamenten und UV-Schutz.
Landesweites Symposium erstmals veranstaltet
Erstmalig habe es in diesem Jahr zudem ein landesweites Hitzeschutzsymposium gegeben. Daran hätten sich rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Gesundheitsämtern, Verbänden sowie aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Wissenschaft beteiligt. Nach Einschätzung der Ministerin habe sich in den vergangenen Jahren beim Hitzeschutz im Land viel entwickelt.
Forderung nach bundesweiter Verankerung
Langfristig müsse Hitze aus Sicht von Drese deutschlandweit systematisch in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz integriert werden. Diese Forderung habe sie zuletzt auch mit dem Bündnis „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ in Berlin vertreten.
Drese bezeichnete Hitze als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels. Darauf müsse sich die Gesellschaft als Daueraufgabe einstellen.
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