Jagdjahr 2025/2026: Mehr Schalenwild in Mecklenburg-Vorpommern

Ministerium berichtet über erhöhte Strecken, besonders bei Schwarzwild, und verweist auf Wachsamkeit sowie eine Studie zu Wildschwerpunktgebieten.

In Mecklenburg-Vorpommern ist im Jagdjahr 2025/2026 wieder mehr Schwarzwild erlegt worden. Nach Angaben des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wurden insgesamt 153.308 Stück Schalenwild erlegt. Das gesamte Streckenergebnis liegt damit über dem zehnjährigen Mittel und im Vergleich zum Vorjahr um 18,71 Prozent höher.

Deutlicher Anstieg beim Schwarzwild

Die größte Abweichung zum Vorjahr verzeichnet das Schwarzwild. Im Vergleich zum vorherigen Jagdjahr wurden 21.873 Stück mehr erlegt. Das entspricht einem Plus von 36,68 Prozent. Das Ministerium wertet dies vor dem Hintergrund der Afrikanischen Schweinepest als bedeutsam. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit nach Ministeriumsangaben zwar keine Hinweise auf ein Seuchengeschehen, wegen der Lage in Polen und in Deutschland bleibe aber Wachsamkeit erforderlich.

Die in Jahren mit der Pürzelprämie erreichten hohen Streckenergebnisse wurden laut Ministerium zwar nicht wieder erreicht. Genannt werden dabei die Einführung der Pürzelprämie in Höhe von 25 Euro zum 01.12.2017, die Erhöhung auf 50 Euro zum 03.12.2020 und das Ende der Prämie am 01.04.2022. Im Vergleich zu den vorherigen vier Jagdjahren bewertet das Ministerium das aktuelle Ergebnis dennoch als positiv.

Als wichtigen Baustein der Seuchenprävention bezeichnet das Ministerium die konsequente Bejagung des Schwarzwildes. Zudem verweist es auf den 2020 errichteten Wildzaun entlang der Grenze zu Polen, der nach Einschätzung des Hauses als Seuchenbarriere wirkt. Forderungen, den Zaun auf 90 Zentimeter Höhe zu kürzen, bewertet das Ministerium kritisch.

Entwicklung bei Rot-, Dam-, Muffel- und Rehwild

Beim Rotwild ist das Streckenergebnis gegenüber dem Vorjahr gestiegen, liegt aber unter dem zehnjährigen Mittel. Größere Schwankungen habe es in den vergangenen zehn Jagdjahren nicht gegeben. Die Streckenzahlen bewegen sich laut Ministerium zwischen 7.200 und 8.200 Stück.

Beim Damwild hatte sich in den vergangenen Jahren ein leichter Rückgang der Jagdstrecke gezeigt. Dieser Trend habe sich im abgelaufenen Jagdjahr auf niedrigem Niveau stabilisiert. Nach 10.045 Stück im Jagdjahr 2024/2025 wurden im Jagdjahr 2025/2026 10.029 Stück Damwild erlegt. Das zehnjährige Mittel liegt bei 12.039 Stück.

Muffelwild spielt in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin eine untergeordnete Rolle. Erlegt wurden 316 Stück Muffelwild, das sind 53 mehr als im zehnjährigen Mittel.

Beim Rehwild wurden im abgelaufenen Jagdjahr 1.963 Stück mehr erlegt als 2024/2025. Insgesamt lag die Strecke bei 53.949 Stück. Das entspricht einem Anstieg um 3,78 Prozent. Das Ergebnis bleibt jedoch unter dem zehnjährigen Mittel von 57.055 Stück.

Niedrige Strecken bei Feldhasen, Wildkaninchen und Fasanen

Die Feldhasenstrecke bleibt nach Ministeriumsangaben auf niedrigem Niveau. Mit 867 Hasen liegt sie 12 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel. Verglichen mit dem zehnjährigen Mittelwert vor zehn Jahren, also der Periode 2006/2007 bis 2015/2016, sank der Wert von 1.038 auf 985 Feldhasen. Das entspricht einem Rückgang um 5 Prozent.

Ähnlich ist die Entwicklung bei Wildkaninchen und Fasanen. Bei den Wildkaninchen liegt der Rückgang bei 5 Prozent, ausgehend von durchschnittlich 94 Tieren in der Periode 2006/2007 bis 2015/2016. Bei den Fasanen beträgt das Minus 8 Prozent, ausgehend von durchschnittlich 110 Tieren im selben Zeitraum.

Mehr erlegte Raubwildarten, hohe Fuchsstrecke

Bei Fuchs, Mink und Marderhund sind die Streckenergebnisse im Jagdjahr 2025/26 ebenso wie in den Jagdjahren 2023/24 und 2024/25 weiter gestiegen. Das Ministerium teilt mit, dass das Streckenergebnis nahezu aller aufgeführten Arten teilweise deutlich über dem zehnjährigen Mittel liegt.

Besonders hervorgehoben wird die Entwicklung beim Waschbären. In den vergangenen vier Jagdjahren konnte die jeweilige Vorjahresstrecke immer übertroffen werden. Im abgelaufenen Jagdjahr war dies erstmals nicht der Fall. Im Vergleich zum Jagdjahr 2016/17 hat sich die Strecke innerhalb von zehn Jahren laut Ministerium mehr als verdreifacht, was einem Anstieg von 216 Prozent entspricht.

Auffällig ist außerdem der Abschuss von 22.013 Füchsen. Nach Angaben des Ministeriums ist dies die höchste Fuchsstrecke der vergangenen zehn Jahre. Vergleichbar hohe Abschusszahlen habe es zuletzt in den Jahren vor 2009/2010 gegeben.

Studie zu Wildschwerpunktgebieten liegt vor

Das Ministerium verweist zudem auf eine neu erschienene Studie zu den Wildschwerpunktgebieten im Land. Sie wurde zum fünften Mal nach denselben Methoden und von denselben Gutachtern, dem Thünen-Institut in Eberswalde, erstellt.

Die Studie ist laut Ministerium zugleich Ausgangspunkt für den in § 21 Absatz 2 Landesjagdgesetz geforderten Evaluierungsbericht zur Wildbestandsentwicklung. Demnach müssen spätestens zum 31. Dezember 2031 die Wildbewirtschaftungsbedingungen der dreijährigen Abschussplanung sowie des Mindestabschussplanes für Rot- und Damwild der Altersklassen 0 und 1 wissenschaftlich bewertet und dem Landtag vorgelegt werden. Mit der Folgestudie „Wildschwerpunktgebiete VI“ für den Zeitraum 2024/2025 bis 2029/2030 soll die Entwicklung wissenschaftlich ausgewertet werden.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: