Sonnenblumenanbau in Mecklenburg-Vorpommern wächst 2026
Gemeldet sind rund 7.033 Hektar; das Ministerium bewertet die Entwicklung als Schritt zu moderner und vielfältiger Landwirtschaft
Sonnenblumenanbau in Mecklenburg-Vorpommern wächst deutlich
Der Anbau von Sonnenblumen in Mecklenburg-Vorpommern legt 2026 deutlich zu. Nach aktuellen Meldungen der landwirtschaftlichen Betriebe wächst die Kulturpflanze auf rund 7.000 Hektar und damit auf einer mehr als doppelt so großen Fläche wie im Vorjahr.
Nach Angaben des Ministeriums wurden für das laufende Jahr 7.033 Hektar Sonnenblumen gemeldet. 2025 waren es rund 2.770 Hektar, 2024 etwa 2.690 Hektar.
Ministerium sieht positives Signal
Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wertet die Entwicklung als positives Zeichen für die Landwirtschaft im Land. Er erklärte: „Sonnenblumen stehen für eine moderne und vielfältige Landwirtschaft. Sie bereichern unsere Fruchtfolgen, bieten zahlreichen Insekten Nahrung und eröffnen zugleich wirtschaftliche Perspektiven für unsere Betriebe. Dass der Anbau in Mecklenburg-Vorpommern wieder deutlich zunimmt, ist deshalb eine gute Entwicklung.“
Bedeutung für Fruchtfolgen und Bestäuber
Nach Darstellung des Ministeriums tragen Sonnenblumen dazu bei, Ackerbausysteme vielfältiger und widerstandsfähiger zu gestalten. Sie gelten als gute Vorfrucht, benötigen vergleichsweise wenig Stickstoff und lassen sich sinnvoll in Fruchtfolgen integrieren.
Zugleich leisten ihre Blüten einen wichtigen Beitrag zum Nahrungsangebot für Wildbienen, Honigbienen und andere Bestäuber.
Verarbeitung im Land und wirtschaftliche Perspektiven
Auch wirtschaftlich gewinnt die Kultur nach Angaben des Ministeriums an Bedeutung. Ein Teil der Ernte wird bereits in Mecklenburg-Vorpommern verarbeitet, unter anderem zu hochwertigem kaltgepresstem Speiseöl, Mus oder Futtermitteln. Regionale Ölmühlen und Manufakturen übernehmen dabei einen Teil der Wertschöpfung direkt im Land. Größere Mengen werden darüber hinaus in Ölmühlen anderer Bundesländer verarbeitet.
Backhaus betonte dazu: „Unser Ziel ist es, Wertschöpfung möglichst im Land zu halten. Jede Tonne, die hier verarbeitet wird, stärkt regionale Unternehmen, verkürzt Transportwege und schafft zusätzliche wirtschaftliche Perspektiven im ländlichen Raum. Deshalb unterstützen wir den Ausbau regionaler Verarbeitungsstrukturen.“
Förderung vielfältiger Fruchtfolgen
Der Minister verwies zudem darauf, dass die Landesregierung seit Jahren Anreize für vielfältige Fruchtfolgen setzt. Im Rahmen der Agrarförderung werden vielfältige Kulturen sowie Maßnahmen des Ökolandbaus unterstützt. Sonnenblumen leisten dabei einen Beitrag zu einer nachhaltigen und klimaangepassten Landwirtschaft.
Backhaus erklärte: „Vielfältige Fruchtfolgen sind eine Investition in die Zukunft. Sie verbessern die Bodenfruchtbarkeit, erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wetterextremen und stärken zugleich die biologische Vielfalt. Davon profitieren Landwirtschaft, Natur und Verbraucher gleichermaßen.“
Hintergrund zur Förderung
Die Förderung vielfältiger Fruchtfolgen umfasste in den vergangenen Jahren jährlich etwa 230.000 Hektar. Dafür wurden nach Ministeriumsangaben pro Jahr rund 13,8 Millionen Euro gezahlt.
Hinzu kommen aus der Inanspruchnahme der Öko-Regelung 2 zur vielfältigen Fruchtfolge für etwa 375.000 Hektar Zahlungen in Höhe von rund 22,6 Millionen Euro pro Jahr.
Entwicklung in Ostdeutschland
Nach den aktuellen Anmeldungen zur Einkommensgrundstützung werden 2026 in Mecklenburg-Vorpommern 7.033 Hektar Sonnenblumen angebaut. In den beiden Vorjahren lagen die Anbauflächen bei rund 2.700 Hektar.
Sonnenblumen werden im Land unter anderem in regionalen Ölmühlen und Manufakturen zu Speiseöl und weiteren Produkten verarbeitet. Mecklenburg-Vorpommern gehört damit nach Angaben des Ministeriums zu den ostdeutschen Ländern, in denen der Sonnenblumenanbau aufgrund geeigneter Standortbedingungen weiter an Bedeutung gewinnt.
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