Totfundmonitoring bei Kegelrobben an der Ostseeküste

Mehrere Kadaver seit Anfang Mai untersucht – Ursache noch unklar, Fischerei-Verbindung bislang ohne Hinweise

Von Landesredaktion MV

Nach mehreren Totfunden von Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns laufen die Untersuchungen der Kadaver. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern beobachtet die Funde nach eigenen Angaben im Rahmen des routinemäßigen Totfundmonitorings gemeinsam mit dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund. Die zuständigen Fachbehörden stünden zur Klärung der Todesursachen in engem Austausch.

Seit Anfang Mai wurden den Angaben zufolge mehr als 20 tote Robben an der Ostküste Rügens, im Greifswalder Bodden und bei Usedom registriert. Die Fundorte konzentrieren sich insbesondere auf die Südostküste Rügens. Vereinzelt wurden Tiere auch an der Außenküste Usedoms sowie im Greifswalder Bodden gefunden.

Mehrere Kadaver bereits untersucht

Nach Angaben des Ministeriums befanden sich die adulten Tiere bereits längere Zeit im Wasser und wiesen teils einen fortgeschrittenen Verwesungsgrad auf. Mehrere Kadaver wurden geborgen und dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund zur weiteren Untersuchung übergeben.

Bislang wurden drei Tiere aus dem betroffenen Gebiet untersucht. Bei einem dieser Tiere ist eine unnatürliche Todesursache nach Ministeriumsangaben nicht auszuschließen.

Derzeit keine Hinweise auf Zusammenhang mit der Fischerei

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es laut Ministerium keine Hinweise darauf, dass die aktuelle Zahl der Totfunde auf die Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen ist. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei hat nach eigenen Angaben die örtliche Reusenfischerei überprüft.

Demnach waren im maßgeblichen Zeitraum im Greifswalder Bodden sowie an der Außenküste Südost-Rügens und Usedoms keine Reusen im Einsatz. Eine kürzlich im westlichen Greifswalder Bodden aufgestellte Reuse sei ordnungsgemäß angezeigt und kontrolliert worden. Zudem verfügten alle aufgestellten Reusen über die vorgeschriebenen Einschwimmsperren. Kontrollen durch die Fischereiaufsicht hätten dies bestätigt. Hinweise auf Robbenbeifänge lägen der Fischereiaufsicht bislang nicht vor.

Behörden arbeiten weiter zusammen

Um mögliche Ursachen weiter einzugrenzen, arbeiten das Ministerium, das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen und das Deutsche Meeresmuseum eng zusammen.

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärte, die Robbentotfunde würden sehr ernst genommen. Es sei jedoch verfrüht, bereits Rückschlüsse auf die Todesursachen zu ziehen. Ziel sei es, die Ursachen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufzuklären und nicht zu spekulieren. Nach dem derzeitigen Stand hielten alle in der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzten Reusen die aktuellen gesetzlichen Vorgaben ein. Dennoch arbeiteten alle zuständigen Fachbehörden eng zusammen, um den Sachverhalt vollständig aufzuklären.

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