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Betreff: Zwischen Bauklotz und Bildschirm: Fachtag zur Medienkompetenz bei Kita-Kindern
Pressemitteilung
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Zwischen Bauklotz und Bildschirm: Fachtag zur Medienkompetenz bei
Kita-Kindern
Es sind Fragen, die viele Eltern beschäftigen: Wie viel Bildschirmzeit
tut meinem Kind gut und wann wird es zu viel? Welche digitalen Angebote
sind für welches Alter geeignet? Und wie können pädagogische Fachkräfte
Kinder dabei begleiten, Medien kompetent und verantwortungsvoll zu
nutzen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der Fachtag
„Zwischen Bauklotz und Bildschirm – Medienkompetenz in der frühen
Kindheit fördern“ gestern (am Dienstag, 27. Oktober 2026) im Rostocker
Rathaus.
Die Diskussion darüber, wie viel Mediennutzung sinnvoll ist, ist nicht
neu. Gleichzeitig gehören digitale Medien längst zum Alltag von Kindern
und Familien. Schon die Kleinsten kommen mit Smartphones, Tablets und
digitalen Bilderbüchern in Berührung. Kindertageseinrichtungen stehen
deshalb vor der Aufgabe, Kinder vor möglichen Risiken zu schützen und
sie gleichzeitig altersgerecht an einen verantwortungsvollen Umgang mit
Medien heranzuführen.
Praxisnahe Impulse für den Kita-Alltag
Sozialsenator Steffen Bockhahn betonte in seiner Begrüßungsrede, wie
wichtig ein realistischer Blick auf digitale Medien und die Begleitung
durch die Eltern sei. „Ich bin kein Freund von Verboten. Und bei aller
Sorge vor zu viel Mediennutzung unserer Kinder müssen wir uns auch
selbst hinterfragen: Wie gute Vorbilder sind wir als Eltern? Muss das
Handy unbedingt auf dem Esstisch liegen oder ist es gerade ein gutes
Signal, es bewusst beiseite zulegen?“, gab er den Teilnehmenden zu
bedenken.
Im Anschluss standen fachliche Impulse zur Medienkompetenz in der
frühen Kindheit und zur Zusammenarbeit mit Eltern bei der
Medienerziehung auf dem Programm. Christian Krieg von der
Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern
(LAKOST) stellte die miniKIM-Studie 2023 vor. Entgegen der
allgegenwärtigen Präsenz von Smartphones zeigte die darin
thematisierte Befragung von 600 Eltern, dass Musikboxen und Bücher im
Familienalltag am häufigsten genutzt wurden. Die Ergebnisse gaben zudem
Aufschluss darüber, wo Eltern Rat zur Mediennutzung ihrer Kinder suchen:
An erster Stelle standen andere Eltern, gefolgt von pädagogischen
Fachkräften aus den Kitas. Damit wurde deutlich, welche wichtige
Rolle den Fachkräften als Ansprechpersonen zukommt und wie wichtig es
ist, sie in dieser Aufgabe zu stärken.
Vom Konsumenten zum Produzenten
Daran anknüpfend stellte Prof. Dr. Ines Sura-Rosenstock
medienpädagogische Ansätze aus der „Bildungskonzeption für 0- bis
10-jährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern“ vor. Diese beschreibt, wie
Kitas und Grundschulen Kinder frühzeitig, altersgerecht und sicher an
die digitale Welt heranführen sollen. Mit der Überarbeitung der
Konzeption wurde „Medien und digitale Bildung“ als verbindlicher
Bildungs- und Erziehungsbereich im Kindertagesförderungsgesetz
Mecklenburg-Vorpommern (KiföG M-V) verankert.
Besonders wichtig sei dabei der Ansatz „vom Konsumenten zum
Produzenten“: Kinder sollen digitale Medien nicht nur nutzen, sondern
auch selbst kreativ mit ihnen arbeiten. Anhand vielfältiger
Praxisbeispiele zeigte die Referentin, wie selbst produzierte Podcasts
oder Hörbücher die Sprachentwicklung fördern und Kinder dazu anregen
können, eigene Geschichten zu entwickeln und zu erzählen.
Anschließend konnten die Teilnehmenden in zwei Workshoprunden
verschiedene Methoden und Angebote kennenlernen und selbst ausprobieren.
Die Themen reichten von Fotoprojekten und Trickfilmen über erste
Programmiererfahrungen mit Lernrobotern bis hin zu konkreten Materialien
für die pädagogische Medienarbeit. Auch die Frage, wie sich Eltern
wertschätzend in die Medienbildung ihrer Kinder einbeziehen lassen,
spielte eine wichtige Rolle.
Nicht Bildschirm statt Bauklotz
Im Mittelpunkt des Fachtages stan
d ein ausgewogener Blick auf digitale
und analoge Erfahrungswelten. Ziel war es, Unsicherheiten abzubauen,
Vorbehalte gegenüber digitalen Medien zu hinterfragen und Möglichkeiten
für eine kindgerechte Medienbildung aufzuzeigen. Entscheidend ist dabei
nicht allein die Technik, sondern vor allem die pädagogische Begleitung
der Kinder.
Organisiert wurde der Fachtag, an dem etwa 100 Fachkräfte teilnahmen,
von Monique Bech, Fachberatung Jugendschutz, und Martin Büttner,
Fachberatung Kindertagesförderung des Rostocker Jugendamts, sowie Katrin
Oldörp, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen des Amts für Finanzen und
Planung - Jugend und Soziales. Kooperationspartner war das Netzwerk
Medienbildung Rostock.
Der Fachtag bot den beteiligten Fachkräften Gelegenheit, neue Ideen für
ihre Arbeit mitzunehmen, sich mit anderen Akteurinnen und Akteuren zu
vernetzen und die Medienbildung in der frühen Kindheit gemeinsam
weiterzuentwickeln.
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Senator Steffen Bockhahn hält das Grußwort zur Eröffnung des Fachtags
am 27. Oktober 2026.
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Prof. Dr. Ines Sura-Rosenstock stellte während des Fachtags am 27.
Oktober 2026 medienpädagogische Ansätze aus der „Bildungskonzeption für
0- bis 10-jährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern“ vor.
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Fotos: Sarah Schüler
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