Einbürgerungen in Schwerin auf Rekordkurs
289 neu Eingebürgerte und 816 offene Anträge: Reformen und mehr Personal sollen Integration voranbringen

Die Landeshauptstadt Schwerin feierte im Demmlersaal des Rathauses ihre neu eingebürgerten Bürgerinnen und Bürger. Im Jahr 2024 erhielten insgesamt 289 Menschen aus Schwerin die deutsche Staatsbürgerschaft. Bereits im aktuellen Jahr wurden 231 Einbürgerungen vollzogen, während noch 816 Anträge auf Bearbeitung warten.
Feierliche Begrüßung im Rathaus
Zur Einbürgerungsfeier begrüßten Stadtpräsident Sebastian Ehlers und Oberbürgermeister Rico Badenschier die Eingebürgerten des Vorjahres und deren Angehörige. Ein besonderer Moment der Veranstaltung war die Festrede von Claude Samuel Gouet, einem Sprachmittler mit französischen Wurzeln, der von seinen Erfahrungen beim Ankommen in Schwerin und während seiner Einbürgerung berichtete.
Musikalisch wurde das Programm von Matthias Ellinger, Lehrkraft am Konservatorium Schwerin, sowie dem Duo Juliana Diaz Chico und Fabrizio Nurra umrahmt.
Zahlen und Fakten zur Einbürgerung in Schwerin
Die Eingebürgerten stammten aus 42 verschiedenen Staaten, wobei Syrien, die Ukraine, die Russische Föderation, Afghanistan und die Türkei am häufigsten vertreten waren. Die Altersspanne reichte dabei von sechs Monaten bis 83 Jahren.
Reform des Staatsangehörigkeitsrechts und steigende Einbürgerungszahlen
Die Leiterin der Ausländerbehörde, Conny Schwentner, führt den deutlichen Anstieg an Einbürgerungsanträgen besonders auf die Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts zurück. Seit dem 27. Juni 2024 ist eine Einbürgerung bereits nach fünf Jahren Aufenthalt – in bestimmten Fällen sogar nach drei Jahren – möglich.
Die neue Gesetzeslage ermöglicht außerdem die Anerkennung der Mehrstaatigkeit, was zu einem erheblichen Zuwachs an Anträgen geführt hat.
Motivation und Hintergründe der Eingebürgerten
Oberbürgermeister Rico Badenschier betonte in seiner Festrede, dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Schwerin kommen – sei es durch Krieg und Unruhen, aus beruflichen Gründen oder wegen familiärer Bindungen. Die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft sei immer auch ein „Bekenntnis zu unseren Werten“ und ermögliche die volle politische Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Bedingungen für die Einbürgerung
Ausblick und Entwicklungen
Um den steigenden Einbürgerungswillen zügig zu bearbeiten, hat die Schweriner Ausländerbehörde zusätzliches Personal eingesetzt. So konnte die Leistungsfähigkeit aus dem Vorjahr gehalten werden und der Bearbeitungsrückstau beginnt abzubauen.
Die Einbürgerungsfeier zeigt: Die Stadtgesellschaft wächst weiter zusammen, und neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger bereichern das kulturelle und soziale Leben Schwerins. Die Entwicklungen rund um Einbürgerung und Integration werden damit auch in Zukunft ein zentrales Thema für die Landeshauptstadt bleiben.
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