Riesige Hände erobern Schwerin
Tino Bittners Wandbild „Allerhand“ zeigt menschliches Potenzial – Spenden für drittes Kunstwerk gesucht

Der Künstler Tino Bittner hat in Schwerin ein weiteres bemerkenswertes Wandbild seines Fassaden-Kunst-Projekts „Allerhand“ vollendet. Mit der Fertigstellung der zweiten Fassade in der Glaisinstraße setzt er das Konzept fort, überdimensionale Hände in verschiedenen Gesten als Symbol für menschliches Potential und die Vielfalt menschlicher Emotionen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.
Wandkunst mit Bedeutung: Hände im Mittelpunkt
Tino Bittner ist bekannt für seine Darstellungen von Händen – bisher meist hinter Glas, nun aber auch auf den Fassaden der Stadt. Seine erste Arbeit im Rahmen von „Allerhand“ entstand am Schweriner Schlachtermarkt. Das Motiv, inspiriert von einem Bild aus der Holländersammlung der Staatlichen Museen, zeigt auf übergroße Weise die Hände eines Musikanten aus Gerrit van Honthorsts „Singende Flötenspieler“. Das Wandbild, erstmals am 2. Oktober 2024 während eines Bürgerfestes vorgestellt, dient zugleich als künstlerisches Rätsel und Werbung für die Galerie „Alter Meister“, die im Oktober nach umfangreichem Umbau wiedereröffnet wird.
Das zweite Wandbild, kürzlich am Giebel eines Wohnblocks in der Glaisinstraße 3 präsentiert, nimmt wiederum Hände als zentrales Motiv. Dieses Mal stammen die dargestellten Gesten aus Wilhelm Schadows Gemälde „Erbprinzessin Alexandrine von Schwerin“, wodurch Bittner erneut den Bogen von der klassischen in die zeitgenössische Kunst schlägt.
Unterstützung aus der Stadt: Partner und Förderer
Das Fassadenprojekt von Tino Bittner wird von zahlreichen Partnern finanziell und ideell unterstützt. Neben der Landeshauptstadt Schwerin engagieren sich die Stiftung Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern und der Schweriner Kunst- und Museumsverein. Kulturdezernent Silvio Horn betont die Bedeutung solcher Projekte für die Vernetzung der Kulturakteure und die Förderung neuer Formen der Kunstpräsentation im öffentlichen Raum.
Auch Björn Mauch, Vorstandsmitglied der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, lobt den Mut Bittners, innovative Wege bei der Kunstvermittlung zu gehen, und hebt das Engagement der Schweriner Bevölkerung hervor.
Das dritte Wandbild: Planung und Finanzierung
Ein weiteres Fassadenbild ist bereits in Planung: Bis zur Wiedereröffnung des Museums am 30. Oktober 2025 soll in der Grünen Straße 20 ein Werk nach dem Bild „Schäfers mit Blumen“ von Paulus Moreelse verwirklicht werden. Die Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen, Dr. Pirko Zinnow, betont, dass so neben den Fassadenbildern auch Originalkunstwerke wieder zugänglich werden.
Um noch offene Finanzierungslücken zu schließen, ruft der Schweriner Kunst- und Museumsverein zu Spenden auf. Vereinsvorsitzender Norbert Bosse betont, wie sehr das Projekt den Vereinszweck unterstützt: lokale Kunst zu fördern und Museumswerke sichtbar zu machen.
Gemeinschaftsprojekt mit breiter Beteiligung
Die Realisierung der Fassadenbilder wurde durch großzügige Unterstützung lokaler Unternehmen, privater Spender und engagierter Bürger möglich. Tino Bittner dankte insbesondere der Malerfirma Siwinski, den Firmen Dummer Arbeitsbühnen, SAH Gerüstbau, K+T Verkehrsleitung GmbH und dem Farbengroßhändler Wilts. Viele Beteiligte haben ihre Leistungen zu vergünstigten Konditionen oder sogar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für die Umsetzung der farbintensiven Motive bereitete Bittner mit Unterstützung zahlreicher Helfer eine große Menge Farbe in Ein-Liter-Joghurt-Eimerchen an.
Spendenkonto für das Projekt „Allerhand“
Wer das Kunstprojekt unterstützen möchte, kann einen Beitrag auf das eingerichtete Spendenkonto leisten. Jeder Beitrag hilft, das dritte Wandbild bis zur Eröffnung des Museums zu realisieren und Kunst im öffentlichen Raum weiter zu fördern.
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Das Projekt „Allerhand“ zeigt, wie Kunst, Stadtgesellschaft, Institutionen und Unternehmen gemeinsam die öffentliche Wahrnehmung von Kunst in Schwerin neu definieren. Bis zum Herbst 2025 wird diese Zusammenarbeit ein weiteres sichtbares Zeichen bekommen.
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