Sanierung am Immensoll abgeschlossen
2,3 Millionen Euro investiert: Nachhaltige Erneuerung in Neumühle trotz Herausforderungen für Radverkehr

Die Stadt Schwerin hat ein weiteres bedeutendes Infrastrukturprojekt abgeschlossen: Die grundhaft sanierte Straße am Immensoll im Stadtteil Neumühle ist ab sofort für den Verkehr vollständig freigegeben. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Vorjahr erfolgte nun die offizielle Freigabe des zweiten und letzten Bauabschnitts durch Oberbürgermeister Rico Badenschier und Verkehrsdezernent Bernd Nottebaum.
Sanierung setzt auf Substanz und Nachhaltigkeit
Im Rahmen der Bauarbeiten wurden nicht nur die Straße selbst neugestaltet: Auch Schmutzwasserleitungen erfuhren eine partielle Sanierung, während alle Strom-Hausanschlüsse erneuert wurden. Die Umsetzung lag in den Händen der TUK Tief- und Kulturbau GmbH, die Bauüberwachung wurde von ICN Ingenieure Schwerin durchgeführt.
Insgesamt investierte die Landeshauptstadt 2,3 Millionen Euro in das Projekt. Ein besonderer Fokus lag auf dem Erhalt und der nachhaltigen Reproduktion der bestehenden Infrastruktur: Das vorhandene Pflaster wurde genutzt, fehlende Bereiche ergänzt und im Kreuzungsbereich Lerchenstraße/Immensoll individuell zugeschnittenes Pflaster verwendet. Straßenbäume blieben erhalten bzw. wurden neu gepflanzt, um den dörflichen Charakter zu stärken.
Stadtbild versus Gesamtinteresse – eine schwierige Balance
Oberbürgermeister Rico Badenschier äußerte sich bei der Eröffnung zwiegespalten: „Ich persönlich sehe diese neue Straße mit lachenden und einem weinenden Auge“, sagte er. „Es gab zur Bauausführung lange Diskussionen in der Stadtvertretung: Es haben sich vor allem Wünsche der Anwohner und des Ortsbeirates durchgesetzt, um den dörflichen Charakter des historisch gewachsenen Straßenbildes zu erhalten. Die Optik stimmt – ohne Frage. Andererseits ist dabei das Gesamtinteresse der Stadt ins Hintertreffen geraten: Laut Radverkehrskonzept verläuft hier eine wichtige Verbindungsachse zwischen [Bereich] und Lankow. Und die Chance, eine komfortable Lösung für den Radverkehr zu finden, wurde leider vertan“, räumte der Oberbürgermeister ein.
Historisches Bewusstsein trifft moderne Mobilität
Die getroffene Entscheidung, den dörflichen Charakter zu erhalten, folgt den Wünschen der Anwohner und des Ortsbeirates – steht jedoch auch in einem gewissen Spannungsfeld zu übergeordneten Mobilitätszielen: Die Radverbindung zwischen [Bereich] und Lankow konnte laut dem städtischen Radverkehrskonzept nicht optimal ausgebaut werden.
Ausblick auf kommende Projekte im Stadtteil Neumühle
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten an der Straße am Immensoll endet ein umfangreiches Infrastrukturvorhaben im Stadtteil Neumühle. Bereits in Planung ist die Erneuerung der Schwalbenstraße inklusive der Straßenentwässerung. Im Anschluss daran soll die Straße am Wasserturm folgen.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung des städtischen Verkehrsnetzes bleibt somit ein zentrales Thema – mit einem klaren Fokus auf die Bewahrung gewachsener Strukturen bei gleichzeitiger Berücksichtigung zukünftiger Mobilitätsanforderungen.
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