Sanierung der Knaudtstraße-Brücke startet im September
Schwerin: Reparaturen wegen Korrosionsschäden sorgen bis Dezember für Verkehrseinschränkungen
Die Landeshauptstadt Schwerin steht vor einer wichtigen und dringenden Herausforderung: Die Brücke Knaudtstraße, eine der meistbefahrenen Verbindungen der Stadt, muss umgehend saniert werden. Nach einem dramatischen Schadensfund im Rahmen der routinemäßigen Bauwerksprüfung im Jahr 2022 ist die Instandsetzung nicht mehr aufzuschieben.
Hintergrund zum Brückenschaden
Im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Bauwerksprüfung wurde bei der Brücke Knaudtstraße ein gravierender Schaden entdeckt. Ursache war ein defekter Brückenablauf, der dazu führte, dass sich in einem Hohlträger tausalzhaltiges Wasser auf rund 30 Metern Länge sammelte. Die Folge: Korrosionsschäden, die die Sicherheit der Brücke ernsthaft bedrohen.
Verkehrsdezernent Bernd Nottebaum betont: „Es mussten Sofortmaßnahmen eingeleitet und umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen geplant werden, um die Sicherheit der Brücke dauerhaft zu gewährleisten bzw. wiederherzustellen. Die Baumaßnahme lässt sich leider nicht verschieben.“
Historie und Zustand des Bauwerks
Die im Jahr 1968 errichtete Knaudtstraße ist als 5-Feld-Stahlbrücke mit 95 Metern Länge das drittgrößte Brückenbauwerk Schwerins. Trotz zahlreicher Instandsetzungen in den Jahren 1993, 2006, 2007, 2009, 2011 und 2012 – darunter Korrosionsschutz, Austausch von Fahrbahnübergängen und statische Verstärkungen – befindet sie sich mit einer Zustandsnote von 2,9 lediglich im ausreichenden Zustand.
Die Dringlichkeit der Sanierung wird auch mit Blick auf die Einsturzgefahr anderer Brücken – exemplarisch genannt die Carolabrücke in Dresden – unterstrichen.
Baumaßnahmen und Auswirkungen auf den Verkehr
Die Sanierungsarbeiten beginnen am Donnerstag, 25. September 2025, in Fahrtrichtung Obotritenring. Für die Dauer der Baumaßnahme bis Mitte Dezember wird die Knaudtstraße zwischen Schelfstraße und Dr.-Hans-Wolf-Weg zur Einbahnstraße. Bis Anfang November bleibt die Durchfahrt in Richtung Obotritenring wie gewohnt möglich.
Die Maßnahmen starten in einer ohnehin angespannten Verkehrssituation. Eine Entlastung wird erst ab dem 2. Oktober erwartet, wenn eine weitere Baustelle des Straßenbauamtes im Bereich Hugo-Pfohe beendet ist.
Weitere geplante Maßnahmen und Koordination
Um den Verkehrsfluss zu verbessern, wird im anstehenden Bauabschnitt am Obotritenring die Kreuzung Wittenburger Straße nicht mehr beeinträchtigt.
Bernd Nottebaum mahnt: „Baustellen stellen den gewohnten Verkehrsfluss auf eine harte Probe. Das ist für alle Verkehrsteilnehmer belastend. Die Stadtverwaltung koordiniert die städtischen Bauaktivitäten. Zuletzt kam es durch zusätzliche Baumaßnahmen des Landes jedoch zu erheblichen Beeinträchtigungen im Schweriner Straßennetz, die wir dann nicht mehr berücksichtigen konnten. Aus diesem Grund wollen wir zukünftig auch diese Maßnahmen zwischen Stadt und Land besser koordinieren.“
Sanierung im Detail
Die aktuellen Baumaßnahmen umfassen insbesondere:
Bereits im Vorfeld, von August bis Mitte September, wurden abseits der öffentlichen Wahrnehmung Korrosionsschutz- und Betoninstandsetzungsarbeiten im südlichen Hohlträger der Brücke durchgeführt.
Ausblick
Die Stadtverwaltung Schwerin steht angesichts der aktuellen und künftigen Baustellen vor großen organisatorischen Herausforderungen. Eine bessere Koordination zwischen Stadt und Land ist erklärtes Ziel, um die Belastung für alle Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Die Sanierung der Knaudtstraße ist dabei ein wichtiger Schritt für die langfristige Sicherheit und Infrastruktur der Stadt.
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