Schwerin baut neue Mobilitätsstation für Radfahrer
Bis 2026 entstehen 200 Fahrradstellplätze, E-Bike-Ladestationen und Verleihservice am Bahnhof – Förderung von Land, Bund und Metropolregion
Der Ausbau nachhaltiger Mobilitätsangebote in Schwerin nimmt weiter Fahrt auf: Bis Ende des Jahres soll am Bahnhof eine neue Mobilitätsstation entstehen, die insbesondere für Radfahrer neue Maßstäbe setzen will. Das zweistöckige Gebäude wird rund 200 Fahrradstellplätze, Gepäckschließfächer, Lademöglichkeiten für E-Bikes sowie einen modernen Fahrradverleih und Servicepunkt umfassen. Die Betreiberschaft wird von der Nahverkehr Schwerin (NVS) übernommen.
Neuer Dreh- und Angelpunkt für Radverkehr
Die Bauarbeiten auf dem Grundstück gegenüber dem Stadthaus Am Packhof sind bereits mit ersten Erdarbeiten angelaufen. Nach Abschluss der Bauphase entsteht für 3,2 Millionen Euro ein echtes Zentrum für Fahrrad- und Alltagsmobilität in Schwerin. Das Ziel: Die Verknüpfung von Radverkehr und öffentlichem Nahverkehr soll insbesondere Pendlerinnen und Pendlern, aber auch Gelegenheitsnutzern erleichtert werden – und so das eigene Auto zunehmend entbehrlich machen.
Bessere Anbindung und mehr Service
Thomas Schlüter, Geschäftsführer des Nahverkehrs Schwerin, hebt hervor: „Wir haben großes Interesse an der schon lange geplanten Mobilitätsstation. So können wir die Erreichbarkeit unserer Haltestellen und des Bahnhofs für Radfahrer verbessern und unsere eigenen Verleihangebote für Fahrräder viel besser mit dem ÖPNV verknüpfen. Insbesondere für Pendelnde sowie Gelegenheitsnutzerinnen und -nutzer entstehen dadurch komfortable und zeitsparende Mobilitätsoptionen, die im Stadtverkehr deutlich attraktiver als das eigene Auto sind.“
Der bisherige, weniger zentrale Fahrradverleih in der Jahnstraße wird durch den neuen Standort ersetzt. Damit werden nicht nur größere Abstell- und Betriebsflächen geboten, sondern auch das Angebot an Mieträdern, Lastenrädern und speziellen Services für Familien, Unternehmen oder Reisegruppen soll deutlich ausgeweitet werden.
Finanzierung und Planung
Ob sich die Investition rechnet, ist zunächst offen. Der Businessplan sieht einen Ausgleich von Einnahmen und Kosten nach vier Jahren vor – beispielsweise durch Dauerparkplätze für 100 Euro im Jahr und Gepäckschließfächer für drei Euro pro Tag. Eine entscheidende finanzielle Unterstützung stellen Fördermittel dar: 90 Prozent der Kosten übernehmen Land und Bund, drei Prozent des städtischen Eigenanteils trägt die Metropolregion Hamburg.
Die Fertigstellung ist für Ende 2026 avisiert, die Inbetriebnahme für das erste Quartal 2027 geplant. Das Grundstück Am Packhof, in direkter Nähe zum Hauptbahnhof, wird für den Bau genutzt. Der Grunthalplatz stand aufgrund denkmalrechtlicher Vorgaben nicht zur Verfügung, bleibt aber ein bedeutender Knotenpunkt für Bus- und Straßenbahnverbindungen.
Mehr Sicherheit und Komfort für Radfahrer
Die Notwendigkeit abschließbarer Stellplätze sieht Madleen Kröner vom Radentscheid Schwerin klar gegeben: „Wer sein Rad den ganzen Tag oder gar über Nacht unbeaufsichtigt am Bahnhof lassen soll, entscheidet sich meist dagegen. Für immer teurere Räder und E-Bikes wird eine abschließbare Möglichkeit dringend gebraucht. In vielen kleineren Städten ist dies ein selbstverständliches Angebot. Schön, dass es das in Schwerin auch endlich geben wird.“
Auch Mirko Goldammer vom städtischen Verkehrsmanagement betont: „Fahrradparkhäuser senken nicht nur wichtige Hürden für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad, sie benötigen deutlich weniger Raum als Parkplätze für Autos. Damit entlasten sie Gehwege und öffentliche Plätze, wo abgestellte Fahrräder oft Fußgängern und mobilitätseingeschränkten Personen im Wege stehen.“
Ein zentrales Element für die Mobilitätswende
Verkehrsdezernent Bernd Nottebaum sieht in der neuen Mobilitätsstation ein „Schlüsselelement für eine leistungsfähige Radverkehrsinfrastruktur in Schwerin“. Die Einrichtung erhöhe Sicherheit und Komfort sowie die Verlässlichkeit für Radfahrende und sei ein wesentlicher Schritt, um den Radverkehr langfristig als festen Bestandteil der städtischen Mobilität zu etablieren.
Mit der geplanten Mobilitätsstation setzt Schwerin ein markantes Zeichen für die Zukunft der urbanen Mobilität und reagiert damit auf veränderte Anforderungen an nachhaltigen und flexiblen Stadtverkehr.
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