Schwerin begrüßt 289 neue Staatsbürger in 2024

Vielfältige Herkunftsländer und modernisierte Gesetze erleichtern die Einbürgerung

Von Redaktion Schwerin
Schwerin begrüßt 289 neue Staatsbürger in 2024
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert mit OpenAI · Herausgeber: Die Stadt Redaktion

Die Landeshauptstadt Schwerin verzeichnet weiterhin eine hohe Nachfrage nach Einbürgerungen. Im vergangenen Jahr erhielten 289 Schwerinerinnen und Schweriner die deutsche Staatsbürgerschaft, im laufenden Jahr wurden bereits 231 Einbürgerungen vollzogen. Zudem befinden sich aktuell noch 816 Anträge in Bearbeitung, was die anhaltende Dynamik im Bereich Einbürgerung unterstreicht.

Feierliche Einbürgerung im Demmlersaal

Im repräsentativen Demmlersaal des Schweriner Rathauses fand die diesjährige Einbürgerungsfeier statt. Stadtpräsident Sebastian Ehlers und Oberbürgermeister Rico Badenschier begrüßten die neu Eingebürgerten sowie deren Angehörige. Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Festrede des aus Frankreich stammenden Sprachmittlers Claude Samuel Gouet, der über seine persönlichen Erfahrungen beim Ankommen und Einbürgern in Schwerin berichtete.

Für die musikalische Untermalung sorgten Matthias Ellinger, Lehrkraft am Konservatorium Schwerin, sowie das Duo Juliana Diaz Chico und Fabrizio Nurra.

Aktuelle Zahlen und Entwicklungen

In Schwerin leben derzeit 11.863 Ausländerinnen und Ausländer, darunter 3.481 ukrainische Staatsbürger. Der Wunsch zur Einbürgerung ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Ausschlaggebend dafür war insbesondere die zum Juni 2024 in Kraft getretene Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts.

Die Leiterin der Schweriner Ausländerbehörde, Conny Schwentner, bestätigt, dass die gesetzliche Anerkennung von Mehrstaatigkeit einen erheblichen Antragsanstieg bewirkt hat.

Einbürgerung als Bekenntnis zur Stadt und ihren Werten

Oberbürgermeister Rico Badenschier hob die Bedeutung der Einbürgerung hervor: „Kriege und Unruhen zwingen viele Menschen zur Flucht aus ihren Heimatländern. Viele von ihnen haben die Chance ergriffen, sich hier einzuleben und heimisch zu werden. Darüber hinaus kommen Menschen als ausländische Fachkräfte oder aus familiären Gründen nach Schwerin. Die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft ist in jedem Fall ein Bekenntnis zu unseren Werten. Die Einbürgerung ermöglicht auch die volle politische Teilhabe in unserer Stadt, da man dann auf allen Ebenen wählen oder sich zur Wahl stellen kann.“

Herkunft und Vielfalt der Eingebürgerten

Die Gruppe der 289 Eingebürgerten setzt sich aus 137 Frauen und 152 Männern aus 42 verschiedenen Staaten zusammen. Das Alter reichte von sechs Monaten bis 83 Jahren. Die jüngste Eingebürgerte wurde in Schwerin geboren und hat die russische Staatsbürgerschaft.

  • Die meisten Eingebürgerten stammten aus Syrien (147)
  • Weitere Herkunftsländer: Ukraine (26), Russische Föderation (14), Afghanistan (8), Türkei (9)
  • Auch Bürgerinnen und Bürger aus Brasilien, Ägypten, Armenien, Irak, Iran und Bulgarien wurden eingebürgert
  • Bearbeitung und Voraussetzungen für die Einbürgerung

    Angesichts des erhöhten Antragsaufkommens hat die Stadtverwaltung die Ausländerbehörde personell verstärkt. Dadurch konnten bis Juli 2025 fast so viele Anträge wie im gesamten Vorjahr bewilligt werden, wodurch der Bearbeitungsstau abgebaut wird.

    Für die deutsche Staatsbürgerschaft gelten folgende Voraussetzungen:

    • In der Regel ein fünfjähriger Aufenthalt in Deutschland
    • Verkürzte Wartezeiten bei besonderen Integrationsleistungen oder Eheschließung mit einem Deutschen
    • Bestehen eines Einbürgerungstests und Nachweis deutscher Sprachkenntnisse
    • Keine Vorstrafen
    • Eigene Sicherung des Lebensunterhalts
    • Anerkennung der demokratischen Rechtsordnung
    • Diese umfassenden Bedingungen sollen sicherstellen, dass die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gut integriert sind und sich mit den Werten der Bundesrepublik identifizieren.

      Ausblick auf die weitere Entwicklung

      Mit der gesetzlichen Modernisierung und effizienteren Behördenstrukturen stellt sich Schwerin den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Einbürgerung. Die hohe Zahl der beantragten und bewilligten Einbürgerungen verdeutlicht sowohl den Integrationswillen der Zugewanderten als auch die Offenheit der Stadtgesellschaft.

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