Schwerin gründet Welterbebeirat
Sechs Experten begleiten Bauprojekte rund um das Residenzensemble zum Schutz des Welterbestatus
Die Landeshauptstadt Schwerin hat beschlossen, einen eigenen Welterbebeirat zu gründen, um die städtebauliche Entwicklung im sensiblen Bereich rund um das Residenzensemble Schwerin und dessen Pufferzonen besser zu begleiten. Damit schließt sich Schwerin dem Beispiel anderer deutscher Welterbestädte wie Wismar, Stralsund und Lübeck an, die mit vergleichbaren Gremien positive Erfahrungen gesammelt haben.
Ziele und Aufgaben des Welterbebeirats
Der geplante Welterbebeirat wird aus insgesamt sechs Experten bestehen, darunter die drei ICOMOS Monitoring-Beauftragten. Seine Kernaufgabe ist die frühzeitige Beratung sämtlicher Akteure bei Stadtentwicklungs- und Bauvorhaben, die das Welterbegebiet oder seine Pufferzone betreffen. Die Geschäftsführung übernimmt die Stabsstelle Weltkulturerbe der Stadt Schwerin.
Laut der Schweriner Welterbebeauftragten soll „der Beirat durch externe Impulse die Akteure vor Ort beraten und an Lösungen sowie Konflikten im Welterbe mitwirken. Damit ist er ein wichtiges Instrument für ein effektives Konfliktmanagement“.
Konkrete Aufgabenfelder des Beirats
Der Welterbebeirat wird insbesondere in einem frühen Planungsstadium die folgenden Vorhaben bewerten:
Bedeutung für das Residenzensemble und nachhaltige Entwicklung
Im Mittelpunkt der Arbeit des Welterbebeirats steht der Erhalt des „außergewöhnlichen universellen Wertes“ des Welterbes Residenzensemble Schwerin. Das Gremium soll sicherstellen, dass bauliche und städtebauliche Entwicklung stets im Einklang mit dem Schutzstatus und einer nachhaltigen Entwicklung zum Wohle heutiger und künftiger Generationen stehen.
Risikomanagement und Netzwerk
Über die Begleitung von Bauvorhaben hinaus berät der Beirat Schwerin zu langfristigen Risiken für das Welterbe und unterstützt die Stadtverwaltung im Risikomanagement. Zudem ist das Gremium ein Bindeglied zur Vernetzung mit nationalen Fachleuten auf dem Gebiet der Denkmalpflege und Welterbeentwicklung.
Vernetzung und Sichtbarkeit in nationalen Gremien
Schwerin ist bereits in überregionalen Netzwerken aktiv. Seit März ist die Stadt Mitglied bei Deutschland e. V., zudem nimmt die Koordinatorin der Stabsstelle Weltkulturerbe ab dem 27. November 2025 als ordentliches Mitglied am Arbeitskreis UNESCO-Altstädte des Deutschen Städtetages teil.
Diese Netzwerkarbeit erhöht die Sichtbarkeit Schwerins als Welterbe-Standort und fördert die Zusammenarbeit sowie den Fachaustausch zwischen verschiedenen Welterbestätten in Deutschland.
Mit dem neuen Welterbebeirat setzt Schwerin ein klares Zeichen für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung seines einzigartigen kulturellen Erbes – eine Maßnahme, die nicht nur für die städtebauliche Planung, sondern auch für die Identität der Stadt von weitreichender Bedeutung ist.
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