Schwerin öffnet Bibliothek rund um die Uhr

Ab 2026 ermöglicht die Stadtbibliothek längeren Selbstbedienungszugang bis 21 Uhr – ein Modell für moderne kulturelle Teilhabe in Mecklenburg-Vorpommern

Von Redaktion Schwerin

Die Stadtbibliothek Schwerin geht im kommenden Jahr einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft: Ab Februar oder März 2026 werden die Öffnungszeiten im sogenannten Selbstbedienungsmodus deutlich ausgeweitet. Damit ermöglicht die Bibliothek längeren Zugang zu Literatur und Medien, auch wenn kein Personal vor Ort ist.

Erweiterte Öffnungszeiten im Selbstbedienungsmodus

Im Rahmen eines neuen Konzepts können Nutzerinnen und Nutzer die Hauptbibliothek im Klöresgang künftig wochentags bis 21 Uhr und an Samstagen bis 17 Uhr betreten – unabhängig von der regulären Personalpräsenz. Die technische Umrüstung ist nahezu abgeschlossen und der offizielle Start in der ersten Jahreshälfte 2026 vorgesehen.

So funktioniert der Zugang

  • Der Zugang erfolgt über den Bibliotheksausweis, der zuvor für das System freigeschaltet werden muss.
  • Nach Freischaltung lässt sich die Tür zur Bibliothek außerhalb der regulären Öffnungszeiten selbständig öffnen.
  • Bücher und Medien können dank der bereits etablierten Selbstverbuchungstechnik flexibel ausgeliehen und zurückgegeben werden.
  • Sicherheitsmaßnahmen und Nutzungsbedingungen

    Um Vandalismus und Diebstahl vorzubeugen, wird die Hauptbibliothek per Video überwacht. Der Zugang für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist ausschließlich in Begleitung von Erwachsenen möglich. Für alle unter 18 Jahren bleibt die Nutzung der Bibliothek weiterhin kostenfrei.

    Pionierleistung für Mecklenburg-Vorpommern

    Mit der Einführung des neuen Modells nimmt die Stadtbibliothek Schwerin landesweit eine Vorreiterrolle ein: Sie ist die erste Bibliothek in Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Öffnungszeiten im Selbstbedienungsmodus personallos erweitert.

    Der Ursprung des Konzepts liegt in Skandinavien. Seit 2014 gibt es auch in Deutschland die ersten Open Libraries, die Zugang zu Bildung und Kultur zeitlich flexibler ermöglichen.

    Bedeutung für die Stadtgesellschaft

    Kulturdezernent Silvio Horn betont die Rolle der Bibliothek als Ort der Begegnung und des Austauschs: „Die Vergangenheit prägte das Einkaufen die Innenstädte. Das ändert sich. Für die Zukunft brauchen wir im öffentlichen Raum mehr Orte der Begegnung. Die Stadtbibliothek kann so ein Ort sein. Denn sie hat das Potenzial, als Diskurs- und Begegnungsort mitten in der Stadt einen Leuchtturmcharakter zu entfalten.“

    Anpassung der Benutzungsordnung und Beteiligung des Jugendrates

    Die Einführung des Selbstbedienungsmodus macht eine Überarbeitung der Benutzungs- und Entgeltordnung notwendig. Hierbei wird auch der Jugendrat der Stadt Schwerin einbezogen, um den Bedürfnissen junger Menschen Rechnung zu tragen.

    Mit diesem Schritt setzt die Stadtbibliothek Schwerin ein deutliches Zeichen für mehr Flexibilität, Eigenverantwortung und Teilhabe im Kultur- und Bildungsbereich – und eröffnet neue Möglichkeiten für alle Nutzergruppen in der Landeshauptstadt.

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