Hans-Fallada-Tage: Literatur und Forschung im Zeichen der Erinnerung
Zum 35. Mal laden Theater, Lesungen und Vorträge vom Wohnsitz in Carwitz ein—mit Blick auf Werk und kulturelles Gedächtnis.
Mit den Hans-Fallada-Tagen steht das Fallada-Museum in Carwitz seit Freitag wieder im Zeichen von Literatur, Forschung und Erinnerungskultur. Die Hans-Fallada-Gesellschaft richtet die Veranstaltung in diesem Jahr zum 35. Mal am ehemaligen Wohnsitz des Schriftstellers aus.
Das Programm umfasst Theaterinszenierungen, Lesungen und Vorträge. Im Mittelpunkt stehen Leben und Werk Hans Falladas. Zugleich werden aktuelle Ergebnisse der Literaturwissenschaft zu seinem Leben und Wirken vorgestellt.
Bowen würdigt Museum als „Kulturellen Gedächtnisort“
Zur Eröffnung hob Kulturstaatssekretärin Susanne Bowen die Bedeutung des Museums in Carwitz hervor. Sie bezeichnete den Ort als „Kulturellen Gedächtnisort“ und würdigte das Engagement der Hans-Fallada-Gesellschaft sowie des Fallada-Hauses. Bowen dankte den Beteiligten dafür, dass es ihnen Jahr für Jahr gelinge, das Interesse an dem Autor neu zu wecken und sein Werk in immer neuen Facetten öffentlich zu präsentieren.
Das Anwesen in Carwitz diente Fallada von 1933 bis 1944 als Rückzugsort. Es ist als Ort der Erinnerung in das „Blaubuch“ des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgenommen worden.
Internationale Vernetzung der Gesellschaft
Besonders betonte Bowen die Entwicklung der Hans-Fallada-Gesellschaft unter ihrem Vorsitzenden Christian Winterstein. Nach Angaben der Staatssekretärin zählt die Gesellschaft rund 300 Mitglieder im In- und Ausland. Darin sieht sie einen Beleg für die internationale Ausstrahlung des Schriftstellers und die universelle Wirkung seiner Botschaft.
Zwei Jubiläen im Jahr 2026
Die diesjährigen Hans-Fallada-Tage stehen zugleich im Zeichen zweier Jahrestage. Begangen werden:
- 35 Jahre Hans-Fallada-Gesellschaft
- 25 Jahre Neueröffnung des Museums
Sonderausstellung zu „Kleiner Mann, was nun?“
Im Zentrum der Veranstaltungen steht die Sonderausstellung „‚Kleiner Mann, was nun?‘ – vom Manuskript zum Welterfolg“. Kuratiert wurde sie von Dr. Stefan Knüppel und Patricia Fritsch-Lange.
Die Ausstellung beleuchtet die Entstehungsgeschichte des 1932 erschienenen Romans. Nach Angaben der Pressemitteilung ermöglichte das Werk Falladas finanziellen Durchbruch und rettete zugleich den Rowohlt-Verlag. Ein besonderer Fokus liegt auf originalen Dokumenten, Briefen und Werbestrategien aus dem Hans-Fallada-Archiv des Literaturzentrums Neubrandenburg.
Land unterstützt die Gesellschaft
Die Landesregierung fördert die Hans-Fallada-Gesellschaft jährlich mit 25.000 Euro. Nach Darstellung der Mitteilung unterstreicht diese Unterstützung die kulturpolitische Bedeutung des Museums als wichtigen Ort der Bildung und Kultur.
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