Informationsplattform zu hybriden Bedrohungen im Regierungsportal

Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Bürgerinnen und Bürger beim Erkennen und Umgang mit Desinformation

Von Landesredaktion MV

Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern hat eine neue Informationsplattform zu hybriden Bedrohungen veröffentlicht. Das Angebot richtet sich an Bürgerinnen und Bürger und soll insbesondere vor der Landtagswahl Orientierung im Umgang mit Desinformation geben.

Die Plattform trägt den Titel „Resilient gegen hybride Bedrohungen“. Nach Angaben des Ministeriums informiert sie darüber, welche Formen hybrider Bedrohungen es gibt, wie sich Desinformation erkennen lässt und was beim Umgang mit entsprechenden Inhalten zu beachten ist. Zudem finden sich dort Schutzempfehlungen, Kontaktdaten zu behördlichen Hilfsangeboten sowie eine Datenbank mit weiterführenden Informationen.

Öffentlich verfügbar ist die Informationsplattform im Regierungsportal des Landes unter dem Bereich „Ministerium für Inneres und Bau“.

Innenministerium verweist auf erhöhte Gefährdungslage

Innenminister Christian Pegel erklärte, Desinformation begegne den Menschen heute täglich im Internet. Gerade vor einer Wahl sei es wichtig, erkennen zu können, ob eine Information stimme, woher sie komme und was möglicherweise dahinterstecke. Mit der neuen Plattform solle Orientierung gegeben und verlässliche Information an einer Stelle zugänglich gemacht werden.

Das Innenministerium M-V hatte bereits am 11. Juni 2026 bei der Vorstellung des aktuellen Verfassungsschutzberichts über eine erhöhte Gefährdungslage im Bereich hybrider Bedrohungen informiert. Diese Einschätzung sieht das Ministerium durch einen Warnhinweis des Bundesamts für Verfassungsschutz vom 12. August 2026 bestätigt. Darin geht es um ausländische Einflussoperationen auf die bevorstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Niedersachsen.

Behörden sehen Manipulationswellen seit Juni

Nach Darstellung des Ministeriums hat das Bundesamt für Verfassungsschutz seit Juni 2026 mehrere Manipulationswellen registriert. Diese zielten darauf ab, die Bevölkerung zu verunsichern und zu polarisieren, um dadurch Einfluss auf das Wahlverhalten zu nehmen.

Die Beeinflussung erfolge vor allem durch Desinformation, also durch falsche, unvollständige oder irreführende Informationen. Verbreitet würden solche Inhalte überwiegend über soziale Medien wie die Plattform X, aber auch über Messenger-Dienste. Hinzu komme, dass Bilder, Videos und Audiodateien inzwischen mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt oder verändert werden könnten. Für Nutzerinnen und Nutzer sei deshalb nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, ob ein Inhalt echt sei, verändert wurde oder aus welchem Zusammenhang er stamme.

Themen der Desinformationskampagnen

Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Deutschland würden unterschiedliche Themen für Desinformationskampagnen genutzt, heißt es aus dem Ministerium. Genannt werden insbesondere die Diskreditierung von Kandidatinnen und Kandidaten, gezielte Versuche einer Spaltung von Ost- und Westdeutschen, die wirtschaftliche Lage in Deutschland sowie die deutsche Unterstützung für die Ukraine.

Mit näher rückendem Wahltermin rechnet das Ministerium zudem damit, dass ausländische Akteure versuchen werden, Zweifel an einer ordnungsgemäßen Durchführung der Wahl zu wecken. Besonders die Auszählung der Stimmen könne dabei zum Gegenstand irreführender Behauptungen werden. Ziel solcher Kampagnen sei es, das Vertrauen in die Wahl, ihre Ergebnisse und die zuständigen Institutionen zu schwächen.

Land setzt auf Vorsorge und weitere Information

Nach Angaben des Innenministeriums hat das Land bereits umfangreiche Vorkehrungen zum Schutz der Landtagswahl getroffen. Ziel sei es, entsprechende Aktivitäten frühzeitig zu erkennen, zuständige Stellen und Bevölkerung zu informieren und die Resilienz gegenüber hybriden Bedrohungen zu stärken.

Mit der neuen Plattform werde die Informationsarbeit des Ministeriums für Bürgerinnen und Bürger weiter ausgebaut. In den kommenden Wochen will das Innenministerium die Aufklärung auch über soziale Medien fortsetzen und dort über die Gefahren von Desinformation im Internet sowie über den Umgang mit entsprechenden Inhalten informieren.

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