Waldbrand im Müritz-Nationalpark unter Kontrolle – Nachsorge bleibt nötig

Rund 400 Hektar waren betroffen. Glutnester, Munitionsbelastung und Wind erfordern weiter eine engmaschige Überwachung.

Von Landesredaktion MV

Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark ist unter Kontrolle. Nach mehreren Tagen intensiver Löscharbeiten verhinderten die Einsatzkräfte eine weitere Ausbreitung. Eine vollständige Entwarnung gibt es noch nicht: Im munitionsbelasteten Gelände liegen weiterhin Glutnester, die bei trockenem und windigem Wetter erneut aufflammen können.

Rund 400 Hektar betroffen

Nach Angaben des Landes waren rund 400 Hektar des insgesamt 32.200 Hektar großen Nationalparks betroffen. Das entspricht gut einem Prozent der Schutzgebietsfläche. Zeitweise arbeiteten täglich bis zu 400 Einsatzkräfte vor Ort. Beteiligt waren unter anderem Feuerwehren, Katastrophenschutz, Nationalparkverwaltung, Landesforst, Polizei, THW, Bundeswehr und Bundesforst. Unterstützung kam auch aus anderen Bundesländern bis hin zu Bayern.

Wärmequellen mit bis zu 160 Grad

Drohnen zeigen im Brandgebiet weiterhin einzelne Wärmequellen mit Temperaturen von bis zu 160 Grad Celsius. Die Verteidigungslinien und Kreisregner bleiben deshalb in Betrieb. Geliehene Spezialtechnik wird schrittweise durch landeseigene Technik ersetzt, während auswärtige Kräfte nach und nach abrücken.

Regen unterstützte die Löscharbeiten. Auf Teilen der Fläche fielen bis zu 8,5 Liter pro Quadratmeter, im Bereich Granzin zwischen 1,5 und 3 Liter. Mit weniger Niederschlag und stärkerem Wind bleibt die Lage dennoch empfindlich.

Brandgebiet bleibt gesperrt

Die Notunterkunft in Peckatel wird inzwischen zurückgebaut. Das eigentliche Brandgebiet bleibt wegen der Munitionsbelastung gesperrt. Nach Einschätzung des Munitionsbergungsdienstes können Einsatzkräfte die Fläche frühestens in etwa zwei Wochen wieder betreten.

Zur Brandursache gibt es noch kein Ergebnis. Die Polizei ermittelt. Nach Angaben des Landkreises entstand das Feuer an mehreren Stellen; weitere Schlussfolgerungen seien Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Sondereinsatzplan wird umgesetzt

Das Land will den bereits erarbeiteten Sondereinsatzplan für den Müritz-Nationalpark schrittweise umsetzen und finanziell unterstützen. Zunächst sollen Waldwege nach Kampfmittelsondierungen ertüchtigt und zusätzliche Löschwasserentnahmestellen geschaffen werden. Eine der im Einsatz bewährten Löschboxen soll dauerhaft im Nationalpark bleiben, eine weitere wird als Reserve in Neustrelitz stationiert.

Nationalpark rechnet mit natürlicher Erholung

Die Nationalparkverwaltung geht davon aus, dass sich die Natur schrittweise regeneriert. Zahlreiche grüne Inseln seien erhalten geblieben. Von dort könnten Pflanzen und Tiere die betroffenen Bereiche wieder besiedeln. Die Entwicklung soll ökologisch begleitet werden.

Land fordert schnellere Munitionsberäumung

Mecklenburg-Vorpommern hat nach Angaben des Umweltministeriums gemeinsam mit dem Innenministerium in den vergangenen Jahren rund 111 Millionen Euro in Waldbrand- und Katastrophenschutz investiert. Dazu zählen die Waldbrandzentrale Mirow mit 24 Kamerastandorten zur Überwachung von rund 332.000 Hektar Wald, Spezialtechnik, Löschwasserentnahmestellen und 310 neue Feuerwehrfahrzeuge.

Rund 60.000 Hektar Wald im Land gelten als munitionsbelastet, davon 28.400 Hektar in der höchsten Gefährdungskategorie. Etwa 10.000 Hektar liegen auf ehemaligen Bundesliegenschaften. Im Jahr 2024 wurden laut Ministerium lediglich 143 Hektar von Munition beräumt. Das Land fordert deshalb mehr Unterstützung des Bundes.

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