Mittelalterlicher Ziegelofen in Greifswald entdeckt

Ein mittelalterlicher Ziegelbrennofen an der Straße „An den Wurthen“ gibt Einblick in Greifswalds Ziegelproduktion. Der Fund verzögert den Straßenausbau voraussichtlich bis ins dritte Quartal 2027.

Von Redaktion Greifswald1 Min. Lesezeit

Bei Bauarbeiten an der Straße „An den Wurthen“ ist Mitte August ein großer mittelalterlicher Ziegelbrennofen entdeckt worden. Archäologen schätzen, dass er aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammt und möglicherweise bis ins 18. Jahrhundert genutzt wurde.

Mindestens sechs Brennböden nachgewiesen

Mehrere Ascheschichten und unterschiedlich stark beschädigte Ziegel sprechen dafür, dass die Anlage wiederholt erneuert wurde. Grabungsleiterin Janin Zorn von der AIM-V Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern GmbH sagte: „Bislang konnten mindestens sechs Brennböden nachgewiesen werden. Möglicherweise wurden an dieser Stelle Backsteine für die Greifswalder Marienkirche und weitere Gebäude der Altstadt hergestellt.“

Die Größe des Ofens sei bemerkenswert; vergleichbare Anlagen seien in der Region selten, sagte Zorn. Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder bezeichnete den Fund als neuen Einblick in die Ziegelproduktion vor den damaligen Toren der Stadt.

Eine Ziegelei in der Nähe war bereits bekannt. Unter dem heutigen Alten Friedhof lagen große Lehmgruben, aus denen das Material für die Ziegelherstellung gewonnen wurde. Der Ofen belegt nun erstmals archäologisch den dazugehörigen Brennplatz.

Straßenausbau verzögert sich

Der Brennofen wird vollständig freigelegt und dokumentiert. Die ursprünglich für Dezember 2026 geplante Fertigstellung der Straße „An den Wurthen“ verschiebt sich voraussichtlich bis ins dritte Quartal 2027.

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